
Echo ist kein Lärmproblem, sondern ein Nachhallproblem
Wenn wir im Innenraum von Echo sprechen, meinen wir meist keine klare Schallwiederholung, sondern eine Ansammlung von Reflexionen.
Schall reflektiert an harten Oberflächen und verbleibt länger im Raum als gewünscht. Das führt zu einer erhöhten Geräuschkulisse und mindert die Aufenthaltsqualität.
Der maßgebliche Parameter ist die Nachhallzeit (RT60): die Zeit, die der Schall benötigt, um nach Abschalten der Quelle um 60 dB abzufallen.
Ist die RT60 zu hoch:
- sinkt die Sprachverständlichkeit
- steigt die Hörermüdung
- reduziert sich der akustische Komfort
Ziel der raumakustischen Behandlung ist es, diese Zeit an die Nutzung des Raumes anzupassen.
Schritt 1: Das Raumvolumen berechnen
Jede akustische Berechnung beginnt mit dem Raumvolumen.
Volumen (m³) = Länge × Breite × Höhe
Ein 30 m² Büro unterscheidet sich grundlegend von einem 400 m² Open Space mit hohen Decken.
Je größer das Volumen, desto mehr Schallenergie zirkuliert im Raum.
Entsprechend steigt der Bedarf an Schallabsorption.
Das Raumvolumen bestimmt die insgesamt erforderliche Absorptionsmenge für den gewünschten akustischen Komfort.
Schritt 2: Das akustische Ziel definieren
Jede Raumtypologie erfordert eine spezifische akustische Auslegung.
Bei Akustikpaneelen für Büros stehen im Fokus:
→ Hohe Sprachverständlichkeit
→ Reduzierung von Hintergrundgeräuschen
In restaurants:
→ Echo reduzieren, ohne die Atmosphäre vollständig zu eliminieren
In Besprechungsräumen:
→ Klare und präzise Kommunikation
Es gibt keinen universellen RT60-Wert.
Aber ein klares Prinzip: Die Nachhallzeit muss an die Nutzung angepasst werden.
la reverberación debe adaptarse al uso del espacio.
Hier wird aus dekorativer Gestaltung technische Raumakustik.
Schritt 3: Die erforderliche Schallabsorption berechnen
Die Anzahl der Akustikpaneele wird nicht anhand verfügbarer Wandflächen bestimmt.
Sie ergibt sich aus:
- Raumvolumen
- Aktueller RT60
- Ziel-RT60
- Absorptionskoeffizient des Materials (α oder NRC)
Jedes Paneel liefert Absorption in Sabin (Fläche × Absorptionskoeffizient).
Paneele gleicher Größe können daher völlig unterschiedliche Leistungen erbringen.
Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die zertifizierte akustische Performance.

Schritt 4: Das akustische System richtig verteilen
Das Erreichen der rechnerischen Absorptionsmenge allein genügt nicht.
Die Verteilung beeinflusst das akustische Ergebnis maßgeblich.
In professionellen Projekten kombinieren wir häufig:
- Wandpaneele
- Abgehängte Deckenelemente
- Elemente in Bereichen der ersten Reflexionen
Die Reduzierung von Echo hängt von einer durchdachten Strategie ab, nicht nur von der Anzahl der Elemente.
Über die Berechnung hinaus: Zertifizierte Leistung und Normen
Ein professionelles Projekt verlangt mehr als eine ästhetische Lösung.
Zu berücksichtigen sind:
- Brandschutzklassifizierung (z. B. B-s2,d0 für Innenanwendungen)
- Materialbeständigkeit
- Sicherheit und Wartung
- Architektonische Integration
Hier liegt der Unterschied zwischen dekorativen Produkten und technisch berechneten Akustiklösungen.
Akustischer Komfort darf nicht auf Intuition oder Marketingaussagen beruhen.
Harmonium | Berechnung, Performance und integriertes Design
Harmonium arbeitet mit Architekten und Innenarchitekten, die mehr als dekorative Paneele benötigen.
Wir dimensionieren raumakustische Lösungen auf Basis des tatsächlichen Raumverhaltens. Volumen, Nutzung und zertifizierte akustische Leistung bilden die Grundlage der Strategie.
Denn Echo zu reduzieren bedeutet nicht, Wände zu verkleiden.
Es bedeutet, Stille technisch präzise zu gestalten.
Und jeder Raum erfordert seine eigene akustische Lösung.