
Akustische Normen sind kein Formalakt mehr am Ende des Projekts
Jahrelang wurde die Akustik erst gelöst, wenn der Raum bereits geplant war. Heute muss die akustische Gestaltung in jedem professionellen Projekt in Europa schon in der Entwurfsphase konkrete technische Anforderungen erfüllen.
Nachhallzeit, Brandverhalten, Innenraumluftqualität oder Umweltauswirkungen des Materials: Jede Entscheidung muss sich mit Daten und überprüfbaren Unterlagen begründen lassen.
Für Architekten, Innenarchitekten und Ingenieurbüros ist die Kenntnis dieser Anforderungen nicht nur eine Frage der Normerfüllung. Sie ermöglicht es, mit Sicherheit auszuschreiben, Änderungen in letzter Minute zu vermeiden und das Projekt gegenüber Bauherrschaft, Bauleitung oder Zertifizierungsstelle zu vertreten.
Dies sind die wichtigsten Punkte, die Sie vor der Wahl einer akustischen Lösung berücksichtigen sollten.
Was die Normen in der Raumakustik regeln
Zunächst eine wichtige Unterscheidung. Die Schalldämmung regelt, wie viel Schall von einem Raum in einen anderen gelangt. Die Raumakustik regelt, wie sich der Schall innerhalb des Raumes selbst verhält.
Dekorative Akustikpaneele wirken in diesem zweiten Bereich: Sie reduzieren Reflexionen, kontrollieren den Nachhall und verbessern die Sprachverständlichkeit.
Da sie Teil der Innenraumverkleidung sind, müssen sie jedoch auch Anforderungen erfüllen, die über die Akustik hinausgehen: Brandschutz, Innenraumluftqualität und zunehmend auch ökologische Transparenz.
Deshalb stützt sich die Wahl eines Akustikpaneels in einem professionellen Projekt auf vier Säulen: akustische Leistung, Brandverhalten, Gesundheit und Nachhaltigkeit.
Nachhallzeit: die Anforderung, die die Innenraumgestaltung am stärksten prägt
In Spanien legt das Basisdokument zum Schallschutz der spanischen Bauordnung (CTE DB-HR) maximale Nachhallzeiten für bestimmte Nutzungen fest.
In Unterrichts- und Konferenzräumen mit weniger als 350 m³ darf die Nachhallzeit im leeren Raum 0,7 s nicht überschreiten, einschließlich Bestuhlung 0,5 s. In Restaurants und Speiseräumen liegt der Grenzwert bei 0,9 s.
Darüber hinaus müssen Gemeinschaftsbereiche von Gebäuden, die an geschützte Räume angrenzen, über eine ausreichende Schallabsorption verfügen: mindestens 0,2 m² pro m³ Raumvolumen.
Außerhalb Spaniens gilt in jedem Land ein eigener Rahmen. In Deutschland legt die DIN 18041 Kriterien für die Hörsamkeit je nach Raumnutzung fest. In Frankreich definiert die NF S 31-080 akustische Leistungsniveaus für Büros. Im Vereinigten Königreich regelt die BB93 die Akustik von Bildungseinrichtungen.
Die Schlussfolgerung für Planer ist eindeutig: Das akustische Ziel hängt von der Nutzung, dem Volumen und dem Land des Projekts ab. Deshalb sollte es von Anfang an definiert werden, genau wie Beleuchtung oder Klimatisierung.
Und in Räumen, für die die Normen keinen verbindlichen Wert vorschreiben, wie viele Büros, Hotels oder Geschäftsräume, bleibt akustischer Komfort ein Qualitätskriterium, das die Nutzer vom ersten Moment an wahrnehmen.
Brandverhalten: eine Anforderung ohne Abkürzungen
Aus normativer Sicht ist ein Akustikpaneel eine Wand- oder Deckenbekleidung. Als solche muss es die für seinen Einbauort geforderte Brandverhaltensklasse erfüllen.
In Europa wird das Brandverhalten anhand der in der EN 13501-1 definierten Euroklassen eingestuft. Die Klassifizierung gibt den Beitrag des Materials zum Brand, die Rauchentwicklung (s1, s2, s3) und das brennende Abtropfen bzw. Abfallen (d0, d1, d2) an.

In Spanien verlangt das CTE DB-SI mindestens C-s2,d0 für Decken und Wände in Aufenthaltsbereichen sowie B-s1,d0 in geschützten Fluren und Treppenräumen oder in Räumen mit besonderem Risiko. Die übrigen europäischen Länder verwenden dieselben Euroklassen, wobei jede nationale Vorschrift eigene Mindestanforderungen festlegt.
Die Akustikpaneele von Harmonium erreichen die Klassifizierung B-s1,d0 nach EN 13501-1 und Klasse A nach ASTM E84. So lassen sie sich bedenkenlos in die überwiegende Mehrheit öffentlicher und gewerblicher Projekte integrieren.
Akustische Prüfungen: Daten, die sich vergleichen lassen
Um Lösungen fundiert zu vergleichen, muss die Schallabsorption im Hallraum nach EN ISO 354 gemessen und über den Koeffizienten αw sowie die Absorberklasse von A bis E nach EN ISO 11654 angegeben werden. Ein Wert ohne zugrunde liegende Prüfung erlaubt weder die Berechnung noch den Nachweis des Projektergebnisses.
Nachhaltigkeit: von Behauptungen zu überprüfbaren Daten
Gebäudezertifizierungen wie LEED, BREEAM oder WELL haben Nachhaltigkeit und Innenraumkomfort zu messbaren Kriterien gemacht. Akustik und Materialien spielen dabei eine direkte Rolle.
BREEAM und WELL bewerten die akustische Leistung von Räumen. LEED und BREEAM honorieren ihrerseits den Einsatz von Produkten mit einer Umweltproduktdeklaration (EPD).
Eine EPD ist ein von unabhängiger Stelle verifiziertes Dokument, das die Umweltauswirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus quantifiziert, einschließlich seines CO₂-Fußabdrucks. Sie wird nach ISO 14025 erstellt, bei Bauprodukten zudem nach ISO 21930 und deren europäischem Pendant, der EN 15804.
Hier liegt der große Unterschied zu allgemeinen Aussagen. Sehr viele Marken von PET-Paneelen bezeichnen sich als nachhaltig, doch nur wenige erläutern den Lebenszyklus, den CO₂-Fußabdruck oder den zertifizierten Recyclinganteil ihrer Produkte.
Bei Harmonium werden wir schon sehr bald über unsere EPD nach ISO 14025 und ISO 21930 verfügen. Ein Schritt, mit dem Architekten und Innenarchitekten verifizierte Umweltdaten unserer Paneele in ihre Projekte und Zertifizierungsprozesse einbinden können.
Welche Unterlagen Sie vor der Ausschreibung eines Akustikpaneels anfordern sollten
Bevor Sie ein Akustikpaneel in eine Projektbeschreibung oder ein Leistungsverzeichnis aufnehmen, sollten Sie prüfen, ob der Hersteller folgende Informationen bereitstellen kann:
| Anforderung | Was zu prüfen ist | Übliche Referenz |
|---|---|---|
| Raumakustik | Ziel-Nachhallzeit je nach Nutzung und Volumen des Raumes | CTE DB-HR (Spanien) · DIN 18041 (Deutschland) · NF S 31-080 (Frankreich) |
| Absorption des Paneels | Prüfung im Hallraum, Koeffizient αw und Absorberklasse | EN ISO 354 · EN ISO 11654 |
| Brandverhalten | Geforderte Euroklasse je nach Einbauort der Bekleidung | EN 13501-1 · CTE DB-SI |
| Innenraumluftqualität | Emissionsprüfungen für flüchtige organische Verbindungen (VOC) | EN 16516 |
| Umweltauswirkungen | Von unabhängiger Stelle verifizierte Umweltproduktdeklaration | ISO 14025 · ISO 21930 · EN 15804 |
Liegen diese Unterlagen von Anfang an vor, vereinfacht das die Genehmigungsverfahren, erleichtert die Arbeit der Bauleitung und verhindert, dass Materialien auf der Baustelle ersetzt werden müssen, weil eine Anforderung nicht nachgewiesen werden kann.
Außerdem lassen sich Produkte so objektiv vergleichen: nicht danach, wie sie präsentiert werden, sondern danach, was sie nachweisen können.
Harmonium | Akustik, die Normen erfüllt, Design, das inspiriert
Jedes professionelle Projekt muss gleichzeitig technischen, normativen und ästhetischen Anforderungen gerecht werden. Bei Harmonium arbeiten wir mit Architekten, Innenarchitekten, Ingenieurbüros und Planern zusammen, damit Akustik kein Problem mehr ist, das gelöst werden muss, sondern ein fester Bestandteil des Designs wird.
Unsere Akustikpaneele für Wand, Decke und abgehängte Elemente vereinen zertifizierte akustische Leistung, die Brandverhaltensklasse B-s1,d0 und große Freiheit bei Formen, Farben und Oberflächen, um sich jedem architektonischen Konzept anzupassen.
Denn die Einhaltung der Normen ist der Ausgangspunkt. Den Unterschied macht, dies zu erreichen, ohne auf einen Raum zu verzichten, der besser aussieht, besser klingt und besser erlebt wird.





